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UWARC

Archäologie unter Wasser

Monitoring

Fundstellen in der Flachwasserzone der Küsten, Flüsse und Binnenseen sind oft schleichenden Zerstörungsprozessen ausgesetzt. Im Rahmen eines Interreg IV - Projektes haben wir in den letzten Jahren im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg und in Kooperation mit Partnern aus Baden-Württemberg, dem Kanton Thurgau und der Stadtarchäologie Zürich Methoden entwickelt, die solche Prozesse sichtbar machen können.

Monitoring - Zyklus. Graphik: uwarc / M. Mainberger

Grundsätzlich ist an den Anfang jedes denkmalpflegerischen Monitoring eine Untersuchung zu stellen, die auf der Grundlage von Messdaten den Bestand aufnimmt. Augenmerk erhält hier nicht nur die Archäologie der Fundstelle, sondern auch Faktoren der Erhaltung (Anomalien, Einbauten, Decksedimente). Der Bestandsaufnahme folgt grundsätzlich eine Einschätzung möglicher Gefährdungen (Risikoanalyse) und gegebenenfalls die Einleitung von Maßnahmen (Schutzeinbauten, Rettungsgrabungen). Diese Maßnahmen müssen im Zuge nachfolgender Vergleichsuntersuchungen auf ihre Wirksamkeit überprüft und ggf. optimiert werden. Mit sich wiederholenden Kontrollen und Geländeaktionen entsteht ein vollständiger "Monitoring - Zyklus". Der Abstand der jeweilingen Untersuchungen ist abhängig von verschiedenen Faktoren (wissenschaftliche Bedeutung der Fundstelle, Grad der Gefährdung, Geschwindigkeit ablaufender Prozesse).

Höhenmodell und Strömungsverältnisse am Orkopf (Eschenz/Öhningen, Bodensee). Die Höhenverhältnisse sind in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ermittelt. Graphik: uwarc / M. Mainberger

Der konventionelle Methodenfächer unterwasserarchäologischer Prospektion hat sich im Zuge unseres Projektes wesentlich erweitert. Beispiele bilden die Ermittlung von Strömungsgeschwindigkeiten im Bereich des Orkopf bei Eschenz / Öhningen - Orkopf, die Erarbeitung exakter Bathymetrien oder der Einsatz von Sedimentecholoten.

Schallbild der Sedimente am Orkopf (Ausschnitt, 60cm unter Seeboden. Die Untiefe des Orkopf zeichnet sich deutlich in gelben Farben ab). Graphik: uwarc / SoSo Jena.r
Als effektive Zeiger für schleichende Erosionsprozesse haben sich "Erosionsmarker" unterschiedlicher Bauarten bewährt. Foto: LAD BW / M. Mainberger
Kunststoffkette mit Schwimmleine. Foto: LAD BW / M. Mainberger